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Schiffbruch vor der Insel Chios: Mindestens 15 Tote und 25 Verletzte Unabhängige und transparente Untersuchungen sind erforderlich.

Zusammenfassung

In der Nacht des 3. Februars 2026 geriet ein Boot von Menschen auf der Flucht in Seenot. Die griechische Küstenwache war vor Ort und beteiligt. 15 Menschen starben, 25 weitere sind verletzt. Equal Rights Beyond Borders unterhält ein Büro auf Chios und setzt sich für eine menschenwürdige Behandlung der Überlebenden ein. Zudem fordern wir eine lückenlose und unabhängige Aufklärung.
Turbulent ocean waves under a cloudy sky (Tunaru Doris)
Turbulent ocean waves under a cloudy sky (Tunaru Doris). Unsere Visual Policy

Das Boot mit rund 40 Menschen befand sich nahe der griechischen Küste und bat um Unterstützung der griechischen Küstenwache. Unter bislang ungeklärten Umständen wurde es jedoch abgefangen und in der Folge fielen die Menschen vom Boot ins Meer. Fünfzehn Menschen starben. 25 wurden schwer verletzt. All dies vor den Augen der anwesenden Küstenwache. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass es zu einem gewaltsamen Vorfall gekommen ist.

Nach offiziellen Angaben wurden 14 Menschen tot aus dem kalten Meer geborgen, während eine Frau später an ihren schweren Verletzungen verstarb. Das Krankenhaus von Chios nahm eine große Zahl Verletzter auf: insgesamt 25 Menschen, darunter viele Kinder (7 Männer, 7 Frauen, 11 Kinder). Auch zwei Mitglieder der Küstenwache wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Das Krankenhaus auf der kleinen ägäischen Insel ist auf so viele Schwerverletzte kaum vorbereitet, das Personal gibt sein Bestes.

Griechenland ist nach internationalem Recht, EU-Recht und nationalem Recht verpflichtet, Booten in Seenot Hilfe zu leisten – unabhängig von der Staatsangehörigkeit der Menschen an Bord. Tödliche Vorfälle wie die Schiffsunglücke von Farmakonisi, Pylos und Chios sind Folge der agressiven und rechtswidrigen Pusbback Politik Griechenlands, welche wissentlich von der EU gedultet wird. Dies zeigt die Verachtung für Menschenleben.

Offizielle Stellen zogen vorschnell Schlussfolgerungen über den Vorfall, ohne zuvor eine unabhängige Untersuchung unter Einbeziehung von Expert:innen und Zeug:innen durchzuführen – eine Methode, die häufig von autoritären Regierungen angewandt wird. Das Vorgehen vom US-amerikanischen ICE wird zurecht skandalisiert, die vorschnellen Aussagen der Regierenden und das “shaming” der Getöteten ebenfalls. Doch das passiert auch in Greichenland und der EU. Denn Aussagen von Krankenhauspersonal und Überlebenden widersprechen der offiziellen Darstellung.

Wir schließen uns den Stimmen der Zivilgesellschaft an, um die Schwere dieses Vorfalls hervorzuheben. Wir fordern eine unabhängige und umfassende Untersuchung des tödlichen Schiffsunglücks, frei von jeglicher Behinderung.

Wir stehen an der Seite der Überlebenden und fordern den griechischen Staat auf, die notwendigen Maßnahmen zur Unterbringung von Asylsuchenden zu ergreifen sowie psycho-soziale Unterstützung und ungehinderten Zugang zu rechtlicher Hilfe zu gewährleisten.

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Kontakt: press@equal-rights.org

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